Die Digitalisierung hat die Musikindustrie besonders hart getroffen. Doch was einst als ihr Todesstoß gesehen wurde, entpuppte sich über die Jahre als ihr Retter.

Wir erinnern uns: Was gab es für einen Aufschrei als Napster um die Jahrtausendwende als Musiktauschbörse im Internet auftauchte. Viele weitere folgten und die Musikindustrie reagierte mit bloßem Entsetzen. Es dauerte einige Jahre bis sie aus ihrer Schockstarre erwachte und begann, die Digitalisierung für sich zu nutzen. Heute werden etwa 50% des Umsatzes aus digitalen Download- und Streamingdiensten generiert und – wie zu erwarten – werden die Umsätze aus den Streamingdiensten früher oder später den Ton angeben. Wie schnell kann Philipp von Esebeck von Sony Music Germany selbst anhand eingehender Analysen nicht abschätzen, doch das Unternehmen ist gewappnet.

Big Data trifft persönlichen Kontakt

Innerhalb von Sony reagiert man mit Flexibilität auf die Entwicklungen, wie Philipp von Esebeck bei der i-KNOW 2017 erläuterte. Interdisziplinäre Teams, Task Forces und Experten außerhalb der Plattenindustrie erlauben es mit der Geschwindigkeit der Veränderungen mitzuhalten. Um den Trends allerdings auch einen Schritt voraus zu sein, setzt Sony Music Germany auf 2 Säulen: die Datenanalyse sowie die Beziehung zu den Künstlerinnen und Künstlern.

Während die Datenanalyse Aufschluss über den aktuellen Geschmack der Musikhörenden gibt, kann durch einen guten persönlichen Kontakt gewährleistet werden, dass die richtigen Künstlerinnen und Künstler innerhalb des Sony Netzwerks zu finden sind. Die Nutzer bekommen so das, worauf sie gerade Lust haben. Und das auf allen Plattformen: Egal ob nach wie über vor den Verkauf von physischen Musikträgern, die Erstellung von Playlists auf Streamingdiensten oder Aktionen auf Social Media Plattformen – mittels richtig zugeschnittenem Content werden alle Zielgruppen ihren Interessen entsprechend erreicht.

Die einzige Konstante ist die Veränderung

„Die Erfahrung hat gezeigt, dass es nie vorbei ist. Die Industrie ändert sich laufend und wir fragen uns immer wieder ob wir auf dem richtigen Weg sind. Die einzige Konstante ist die Veränderung.“ Philipp von Esebeck

In den letzten 10 Jahren hat die Musikindustrie laut Esebeck eines auf dem Weg ihrer digitale Transformation gelernt: Die Entwicklungen sind fortlaufend. Immer und immer wieder muss man sein Unternehmen und seine Prozesse in Frage stellen, um sicherzustellen, dass man sich noch auf dem richtigen Weg befindet. Musik dreht sich um Gefühle, Emotionen und persönliche Beziehungen und die Vergangenheit hat gezeigt, dass Trends so schnell um die Ecke biegen, dass selbst die besten Datenanalysen sie nicht vorhersehen konnten.