Kreditkarten-Daten sind nicht nur für den Online-Handel spannend. Auf dieser Basis können Restaurantbetreiber sogar erkennen, wie ihr Geschäft im Vergleich zu anderen läuft. Ein spezielles App sorgt dafür – und ist damit ein neues Geschäftsmodell.

Die spanische Bank BBVA ist in der Finanzwelt ein Big Player. In über 35 Ländern dieser Welt ist BBVA vertreten und beschäftigt rund 140.000 Mitarbeiter. Dieser Big Player hat erkannt, dass Big Data essenziell für den weiteren Geschäftserfolg ist. Aus diesem Grund leistet sich BBVA seit 3 Jahren ein Spin-off, dass sich ausschließlich mit Data Science beschäftigt. CEO von BBVA Data & Analytics ist Elena Alfaro. In ihrem Team arbeiten 45 Personen – 33 Prozent davon sind Frauen, an Produkten, die auf Finanzdaten basieren. „Es ist unsere Aufgabe, die BBVA in ein Daten-getriebenes, digitales Unternehmen umzuwandeln“, sagt Alfaro bei der  iKnow in Graz.

In ihrer Arbeit sind vor allem 2 Punkte ausschlaggebend:

“Es geht darum, Entscheidungen aufgrund der Analyse von Daten zu erleichtern. Und es geht darum, Produkte zu entwickeln, die auf Daten basieren.”

Kreditkarten von sieben Millionen Spaniern

Über Finanzdaten der Kunden verfügt die BBVA. Über 30.000 Bankomaten betreibt BBVA weltweit selbst. „Mit rund 710 Millionen Kartenzahlungen bei über einer Million Point-of-Sale-Terminals in Spanien teilen uns unsere Kunden mit: Ich habe genau zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort etwas gekauft.“ In Bezug auf Datensätze sind vor allem Kreditkartendaten für BBVA „ausschlaggebend. Alleine in Spanien verwenden 7 Millionen Menschen Kreditkarten“, so Alfaro.

In Bezug auf Datensicherheit betont Alfaro mehrmals, nur jene Daten zu verwenden, die dies auch erlauben. Wissen, was man tun darf und Transparenz gegenüber den Kunden ist für Alfaro der Schlüssel zum Erfolg. „Wenn wir den Kunden sagen, was wir mit ihren Daten machen und ihnen den Nutzen aufzeigen, werden wir keine Probleme haben.“ Wichtig sei auch die Unterscheidung zwischen personalisierten Daten und anonymisierten Daten aus öffentlichen Datenbanken.

Commerce360

Eines der ersten Produkte, dass auf Kreditkartendaten beruht, ging im Sommer 2016 live: Commerce360. Mit Hilfe dieser App können Ladenbesitzer bzw. Restaurantbetreiber sehen, wie gut ihr Geschäft im Vergleich zur Konkurrenz im Umfeld läuft. Woher die Kunden kommen, wo diese noch einkaufen bzw. konsumieren. Rund 100 Parameter können die Geschäftsbesitzer abrufen. „Unsere Kunden können mit diesem Wissen zum Beispiel gezielt Facebook-Kampagnen lancieren, wenn sie zum Beispiel wissen, woher die Kunden kommen, die in ihrem Bezirk, in ihrem Umfeld einkaufen“, erklärt Alfaro.

Und was bringt es der BBVA: Grundsätzlich wird die Kundenbindung mit sinnvollen Tools erhöht. In Zukunft will man mit diesem oder ähnlichen Produkten aber Geld verdienen. Aktuell ist Commerce360 für alle, die über einen BBVA-Point-of-Sale verfügen kostenlos. „In einigen Wochen werden wir aber ein Premium-Angebot anbieten, dieses wird kostenpflichtig sein.“

https://www.commerce360.es/