IBM investiert massiv in die Erforschung und Entwicklung kognitiver Computersysteme. Mit Watson hat man im Gesundheitswesen ein Produkt auf den Markt gebracht, das schon jetzt selbst lernt und Sprache versteht.

Wenn Eva Deutsch über Watson spricht, glaubt man, die IBM-Managerin spricht über eine real existierende Person. Doch Watson ist ein kognitives Computersystem, das IBM für den Einsatz in der Medizin entwickelt hat. Sprechen kann man mit Watson noch nicht, wie mit einem normalen Menschen. „Aber wir arbeiten daran“, sagt Deutsch bei der iKnow in Graz.

Bei der Entwicklung eines solchen kognitiven, also selbstlernenden Programms, sind zu Beginn 3 Dinge zu beachten:

  1. Essenziell ist das Wissen um die Daten, die man brauchen wird
  2. Es braucht eine klare Abgrenzung, eine klare Vorstellung, wie dieses System funktionieren soll
  3. Klein beginnen, um dann immer besser und ausgereifter zu werden

Nun, diese Schritte hat IBM mit Watson schon getätigt. Er ist in mehreren Kliniken im Einsatz, so zum Beispiel in den drei weltweit führenden Krebs-Instituten. „Mittlerweile ist er ausgebildeter Assistenzarzt“, sagt Deutsch. Watson kann unstrukturierte Daten verarbeiten, er versteht Wörter als Sprache und lernt mit jedem Patienten dazu.

Watson „las“ Fachjournale

Aber wie lernt ein kognitives, auf Daten basierendes Computersystem? Im Falle der Krebsforschung wurde Watson zuerst mit Daten des National Comprehensive Cancer Network gefüttert. Dieses Netzwerk setzt sich aus 27 Krebs-Instituten zusammen. Dann „las“ Watson 290 medizinische Fachjournale, über 200 Fachbüchern sowie weitere 12 Millionen Seiten an unterschiedlichsten Informationen, zum Beispiel Patientendaten. Damit ist Watsons Ausbildung aber nicht abgeschlossen, er lernt täglich dazu, die Ärzte trainieren ihn mit einem intelligenten Frage-und-Antwort-Spiel.

Qualität messbar machen

Was bringt dieses aufwändige Training im Klinikalltag? „Vor allem gibt Watson Unterstützung bei Entscheidungen“, sagt Deutsch. Er kann Fehler vermeiden helfen, auch Qualität messbar machen. Zudem bringt Watson häufig eine Zeitersparnis und somit oft auch eine Kostenersparnis. „Ärzte können mit der Hilfe von Watson schneller richtige Entscheidungen treffen.“

In weiterer Folge wird mit durch Watson auch die Personalisierung der Medizin verstärkt werden. Dies ist ein Trend, der aktuell weltweit zu beobachten, aber für den einzelnen noch sehr teuer ist. Deutsch ist überzeugt, dass durch Watson Behandlung sowie Medikation für den einzelnen Patienten genauer angepasst werden kann. Was die Behandlung effektiver und erfolgsversprechender macht.

 

IBM Watson: How it works

How IBM Watson learns: