Egal ob sich ein Unternehmen aktiv dazu entschließt, Änderungen vorzunehmen oder ob es äußere Umstände sind, die eine Anpassung notwendig macht – auf die Entscheidung zur Änderung folgt die Frage nach dem Wie.

Genau diese Frage behandelt der wissenschaftliche Workshop „Platform Economy & Business Models“ auf der i-KNOW 2017. Denn nicht jedes Business Model passt auf jedes Unternehmen, wie auch nicht jedes Auto für jeden Menschen passt, vergleicht Jos Verstegen von der niederländischen Wageningen University.

Reinhard Willfort, Gründer der Innovationsschmiede ISN (Innovation Service Network) und Partner des Know Center, setzt noch einen Schritt früher und überlegt gemeinsam mit Unternehmen, wie neue Ideen überhaupt entwickelt werden können. In vielen Unternehmen gibt es Menschen, die sich abseits ihrer Jobbeschreibung Gedanken über Veränderung machen. Genau diese Menschen müssen ins Boot geholt werden. Innovationsmanagement geht von der Kraft der Masse aus. Innovation wird nicht in einem Meetingraum beschlossen, sondern entwickelt sich am besten in Netzwerkstrukturen. Das Netzwerk, das sind Mitarbeiter, externe Spezialisten, Kunden, Start-Ups, etc.

„Wir machen aus Ideen Zukunft“

Crowdsourcing – die Intelligenz der Masse

Um das jeweilige Netzwerk so produktiv wie möglich genutzt zu nutzen, stellen Willfort und sein Team über die Plattform innovation.at (?) die Infrastruktur zur Verfügung. Hier wird das Netzwerk – oder die Crowd – definiert, gebündelt und eine Frage an ebendiese formuliert. Es werden die Rahmenbedingungen festgelegt, wie etwa die Länge der sogenannten Challenge und über welchen Anreiz man zu den Ideen kommt, und der gesamte Prozess moderiert. Aus allen Ideen werden über ein Voting jene ausgewählt, für die ein Business Case erstellt wird.

Crowdfunding – der unmittelbare Realitätscheck

Um den Business Case, das neue Produkt, die neue Dienstleistung einem unmittelbaren Realitätscheck zu unterziehen geht Willfort mit dem Unternehmen in die Crowdfunding-Phase über. Wo die Entwicklung neuer Produkte mit einem erheblichen Risiko verbunden war, kann man mittels Crowdfunding direkt prüfen, ob es von den Kunden und Stakeholdern angenommen wird und ob die die Idee funktioniert. Angenehmer Nebeneffekt: Da diese Phase direkt in den Prozess des Innovationsmanagement integriert werden kann, wird sie insgesamt schneller und effizienter.

Crowdbusiness – der nächste Schritt

Startet man den Prozess einmal, ist viel Aufwand damit verbunden. Die Kampagne des Innovationsprojekts, das Geschäftsmodell, die Crowdsouring Initiativen werden entwickelt. Ist aber alles so weit fertig, spricht nichts dagegen die Rahmenbedingungen immer wieder zu verwenden und auf dieselbe Crowd zurückzugreifen. Der Wintersportort Gastein ist ein gutes Beispiel. Was mit einem Crowdfunding-Projekt startete, wurde nach zwei erfolgreichen Kampagnen zu einem Crowdbusiness: Knapp 800 vertrauensvolle Fans haben sich über die Sommersportmöglichkeiten des Salzburger Ortes Gedanken gemacht und Leistungen für die nächsten Jahre vorausgekauft. Mit dieser Basis können die Gasteiner Bergbahnen in eine interaktive Zukunft gehen.